Fehler

Ein Druckfehler oder Tippfehler, ein einzig falsch geschriebener Buchstabe in einem Buch über Popmusik, ließ mich für lange Zeit glauben, der leibhaftige Vater von Captain Beefheart hätte ein Flugzeug gehabt, warum auch nicht, vielleicht war er ja Pilot, und dann hätte der Captain mal so lässig zu seinem Vater gesagt: Hey Dad, kann ich nicht mal ein Konzert in deinem verdammten Flugzeug geben? Und der Vater sagte natürlich: Natürlich! Und so entstand dann die Platte: „Captain Beefheart – Live at My Father’s Plane“.

In Wahrheit hieß die Kneipe „My Father’s Place“. Kein in der Wüste von New Mexico herumstehendes Flugzeug, wie ich mir immer vorgestellt hatte, sondern ein ganz normaler Musikclub in New York. Und Beefhearts Vater, sofern er je einen hatte, hatte nichts damit zu tun, schon gleich nicht sein riesiges, megakaputtes Flugzeug in der Wüste von New Mexico.

Die Musik von Beefheart und der Magic Band, die mir früher immer so grauenhaft schräg, kaputt, destruktiv und um ihrer reinen Groteskheit willen anbetungswürdig erschien, hört sich mir heute viel normaler an, groovt eigentlich total, der Blues ist immer da, selbst in den abgedrehtesten Stücken, als Grundgerüst immer hörbar. It schwings. Absolut vollendet in der fehlerhaften Nichtperfektheit.

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